Lernzeit

In Ganztagsschulen, in denen die Hausaufgaben reduziert werden, bezeichnet die Lernzeit die Stunden in der Woche, in der die Schüler/innen ihre Übungen erledigen, die früher für Zuhause aufgegeben wurden. Die Lernzeit dient also explizit dem „Üben, Vertiefen und Wiederholen“ in den Fächern Mathematik und Deutsch!

Lernen in der Gruppe

Die Lernzeiten sind in den Stundenplan integriert und werden von den Fachlehrern betreut.  Da die Aufgaben so weitgehend selbsterklärend sein müssen, verändert sich die Aufgabenkultur im Vergleich zu den früheren Hausaufgaben. Hier helfen Freiarbeitsmaterialien, Selbstkorrekturvarianten und Feedbackinstrumente. Die Aufgaben orientieren sich grundsätzlich am sonstigen Unterrichtsinhalt, können aber auch notwendige Grundlagen schaffen und festigen, oder darüber hinaus gehen. So bietet die Lernzeit Gelegenheit zum Nacharbeiten und Festigen von Unterrichtsstoff, aber genauso die Möglichkeit an (kleinen) Projekten zu arbeiten.

Die Lernzeit folgt einem ritualisierten Ablauf, um den Schülerinnen und Schülern einen bestmöglichen Orientierungsrahmen zu bieten.  Dieser Ablauf beinhaltet eine Einstiegsphase, eine Arbeitsphase und eine Reflektionsphase. Besonders das Reflektieren des Lernprozesses hat innerhalb der Lernzeit einen festen Platz, da es einen immensen Mehrwert für Schülerinnen und Schüler hat:

  • Schülerinnen u. Schüler nehmen dadurch Stärken und Schwächen besser wahr und können so Stärken ausweiten und Schwächen gezielt beheben.
  • Lernprozesse werden in ihrer individuellen Qualität stärker wahrgenommen (Was ist das Ziel der jeweiligen Arbeitsphase?).

Eine Lernzeit hat den Anspruch die Schüler/innen (SuS) so gut wie möglich an dem Lernstand abzuholen, an dem sie stehen. Das beinhaltet, dass einige SuS Themeninhalte wiederholen müssen und andere über den Regelunterrichtsstoff hinaus Möglichkeiten benötigen, an denen sie sich ausprobieren und weiterentwickeln können.

Diese Vielfalt an Anforderungen an die Lehrkraft erfordert einerseits klare Strukturen, auf der anderen Seite aber auch Flexibilität und eine gewisse pädagogische Freiheit, die jede Lehrkraft für sich situativ ausgestalten kann. Aus diesem Grund gibt es feste und flexible Elemente innerhalb unserer Lernzeit. Trotzdem verfolgen alle Lehrkräfte unserer Schule die gleichen Grundsätze bezüglich unserer Lernzeit. 

 

Grundsätze unserer Lernzeit

                                                              

Wir untergliedern unsere Lernzeit in drei große Phasen; Jede Stunde beginnt mit einem Einstieg,in dem die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe des „Lernzeithauses“ und individueller Beratung durch ihre Lehrkraft ein inhaltliches Stundenziel festlegen. Es folgt die eigentliche Arbeitsphase, in der die Schüler und Schülerinnen an Aufgaben arbeiten, die ihrem aktuellen Lernstand entsprechen. In dieser Phase kommt der „Doppelbesetzung“ (d.h. mindestens zwei Lehrer/innen befinden sich im Unterricht) eine besondere Bedeutung zu; Während eine Lehrkraft sich den individuellen Beratungsgesprächen widmet, stellt die andere Lehrkraft den geordneten Ablauf der Arbeitsphase für alle übrigen Kinder sicher und fungiert hier zudem als „Helfer“ bei Schwierigkeiten in der Aufgabenbearbeitung.

 

Die drei Niveaustufen innerhalb unserer Lernzeit

 

Zum Abschluss findet eine Reflektion der zurückliegenden Stunde statt. Die Kinder und Jugendlichen kommen in die Auseinandersetzung mit ihrem Lernverhalten, stellen fest was sie in der Stunde dazu gelernt haben, wo noch Schwierigkeiten auftreten und an welcher Stelle sie in der folgenden Lernzeit weiterarbeiten möchten. Das „Lernzeithaus“ bietet den SuS einen stetigen Orientierungsrahmen, welcher immer wieder als Ansatzpunkt für gezieltes Üben, Vertiefen und Wiederholen dient. 

 

Das Lernzeithaus am Themenbeispiel „Gedichte“

 

Einen detaillierten Überblick über den Ablauf einer Lernzeit erhalten sie in unserem „Lernzeitkonzept“, welches hier im pdf-Format angehängt ist.

Konzept der Lernzeit am Ehestorfer Weg